Lassen Sie mich durch – ich bin Arzt!

„Lassen Sie mich durch – ich bin Arzt!“ – ein klassischer Satz bei dem wohl jeder Mensch eine Vorstellung davon hat, welche Fähigkeiten die Person, die diesen Satz ausgesprochen hat, besitzt.

„Lassen Sie mich durch – ich bin Soziologin!“ – ein Satz, den ich wohl niemals sagen werde. Wenn ich sage, dass ich nun Diplom Soziologin bin, erwidert man mir ganz oft „Und – was kannst du jetzt damit machen?“ Wenn ich dann antworte: „Alles und nichts.“ sind die meisten Leute erstmal verwirrt. Tatsache ist allerdings, dass das Berufsbild des Soziologen sehr breit gefächert bzw. aufgestellt ist.

Wichtige mögliche Berufsfelder für Soziologieabsolventen sind vor allem:
  • Tätigkeiten an der Hochschule
  • Wissenschaftliche Forschung in öffentlichen und privaten Einrichtungen
  • Kommerzielle Markt- und Meinungsforschung
  • Personalwesen, Ausbildung und Weiterbildung, Betriebsdatenerfassung, Marketing u.a.m. in großen Unternehmen
  • Bildung, Ausbildung, Weiterbildung sowie Arbeitsförderung in öffentlichen Einrichtungen und zunehmend auch bei kommerziellen Anbietern
  • Journalismus, Medien, Unternehmenskommunikation
  • Sozialwissenschaftliche Forschung, Beratung und Strategieentwicklung bei großen Verbänden, in der Politik und bei Bundes-, Landes- und z.T. auch kommunalen Behörden
  • Freiberufliche Beratung, Training und Bildung/Weiterbildung

(Quelle: TU Chemnitz)

Soziologen lernen im Studium Theorien über Gesellschaften und über Teilsysteme kennen. Diese theoretischen Kenntnisse erlauben Soziologen einen allgemeinen Blick zu artikulieren. […]

Die Schlüsselqualifikationen (‚soft skills‘): unter diesem relativ abstrakten Begriff werden „eine ganze Reihe von Fähigkeiten, Kenntnissen und Fertigkeiten [zusammengefasst, D.B.], die keinen unmittelbaren Bezug zu bestimmten (konkreten) Tätigkeiten aufweisen, sondern die ,transferfähig‘ sind, die also für vielfältige Tätigkeiten nützlich sind“. So werden in der kritischen Auseinandersetzung mit (soziologischen) Theorien Fähigkeiten wie analytisches Denken, Argumentieren und Diskutieren geschult, die es gerade Absolventen sozialwissenschaftlicher Fächer erlauben theoretisches Wissen auf Problemstellungen in der Praxis zielgerichtet anzuwenden.

(Quelle: Uni Mainz)

„Analytisches Denken, Argumentieren und Diskutieren…“ beherrsche ich scheinbar, denn um mal aus dem Erstgutachten zu meiner Diplomarbeit zu zitieren:

[…] angesichts des hohen Reflexions- und Argumentationsniveaus der Arbeit […] Die Autorin zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass sie in der Lage ist, spannende Entwicklungen im Medienbereich zu erfassen und diese in eine sozialwissenschaftliche Fragestellung zu übersetzen. Sie bearbeitet ihre Forschungsfrage unter Berücksichtigung einschlägiger, anspruchsvoller Literatur auf schlüssige Weise und stellt eine Reihe anregender Ergebnisse zur Diskussion.

Achja – das geht immer noch oder nach wie vor runter wie wenn ich ein Stückchen meiner Lieblingsschokolade lutsche. :)

Ich würde also mal behaupten: ICH KANN WAS! ;) Und nun bin ich auf der Suche nach einem Job. Da mein Studienschwerpunkt „Medien“ war, könnte ich nun Barbara Schöneberger (sie hat ebenfalls Soziologie studiert) ablösen und Moderatorin werden und/oder meine Brüste für Homann Fleischsalat in die Kamera halten. Das möchte ich allerdings nicht!

Stattdessen bin ich fleißig auf Jobsuche. Beispielsweise könnte ich mir, da ich sehr gerne schreibe, vorstellen journalistisch tätig zu werden… oder aber eine Tätigkeit als Referentin, Assistentin oder Beraterin…

Lassen Sie mich endlich arbeiten – ich bin Soziologin!!

09. Februar 2014 von Julia
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