Taxi fahren

Heute war also meine letzte mündliche Prüfung. Die Diplomarbeit habe ich vor ca. einem Monat abgegeben. Das Ergebnis steht noch aus.
Damit ist mein Studentenleben jetzt also beendet. Doch schon vor dessen Ende wurde ich von Freunden, meiner Familie oder Bekannten immer wieder gefragt: „Und – was machst du nach deinem Studium?“ Die Antwort, die ich allen – ja wirklich allen auf diese Frage gegeben habe (sie kam immer wie aus der Pistole geschossen), war: „Taxi fahren.“ Daraufhin brachen die Fragenden meistens in Gelächter aus, weil sie mit dieser Antwort nicht gerechnet hatten.

Zur Vorgeschichte: als ich vor langer langer Zeit mein Soziologie-Studium begann, teilte man uns mit (wir waren damals 120 Studenten, die sich für Soziologie eingeschrieben hatten), dass es wahrscheinlich nur 20-25 % von uns bis zum Abschluss schaffen würden, da die Abbrecher-Quote sehr hoch sei und hier und da schon mal Leute durch Klausuren (bspw. Statistik – wer drei Mal durchfällt wird exmatrikuliert) auf der Strecke blieben. Nun – die Hürde der Statistikklausur nahm ich im dritten Anlauf… ;) Darauf folgte die nächste Hürde – das Vordiplom. Auch dieses bestand ich – und weiter ging es.

Zeitsprung: schließlich „erwachte“ ich im Jahr 2012. Vor mir lagen noch drei zu erbringende Leistungsnachweise (Scheine), eine Diplomarbeit und vier mündliche Prüfungen. Schritt für Schritt arbeitete ich die Leistungsnachweise ab und meldete mich für die Diplomprüfungen (bestehend aus der Diplomarbeit und den vier mündlichen Prüfungen) an. Ich entschied mich zuerst die Diplomarbeit zu schreiben und danach die mündlichen Prüfungen zu absolvieren. Los ging’s – ich begab mich auf die Suche nach einem Thema für meine Diplomarbeit.

Natürlich bekam ich zu Beginn meiner Diplomarbeitsphase von Kommilitonen und Freunden (die das Prozedere bereits hinter sich hatten oder ebenfalls gerade an ihrer Diplomarbeit schrieben) jede Menge Tipps, wie eine Diplomarbeit bestmöglich zu schreiben sei. Immer wieder fiel dabei das Wort „Gliederung“. Alle meinten ich müsse eine Gliederung anfertigen und die Arbeit dann mithilfe dieser Gliederung aufbauen. Ein erster und letzter Versuch die Gliederung meiner Diplomarbeit zu Papier zu bringen, verlief schließlich im Sand und ich schrieb die Arbeit Schritt für Schritt (wie es mir sinnvoll erschien und mit der betreffenden Literatur) aus dem Kopf heraus. Meine Erkenntnis dabei: meine Ordnung der Themen ist nicht in Form einer Gliederung auf Papier zu bringen, meine Ordung ist in meinem Kopf.

Erneuter Zeitsprung: meine Diplomarbeit habe ich, wie oben bereits erwähnt, vor ca. einem Monat abgegeben. Mein Thema war übrigens: „Selbstvermessung im Internet – Mobile Anwendungen aus dem Sport und Gesundheitsbereich“. Die Beurteilung steht, wie oben ebenfalls erwähnt, noch aus.

Und während ich noch damit beschäftigt war meine Diplomarbeit abgabefertig zu machen, musste ich bereits für die mündlichen Prüfungen lernen. Teilweise lag nur eine Woche und ein paar hundert Seiten Literatur zwischen den Prüfungen…

Heute konnte ich dann den Zettelberg der letzten Prüfung entsorgen – und ich habe dies mit einem Lächeln im Gesicht getan. :)

Bis jetzt ist das Ende meines Studienlebens noch nicht wirklich in meinem Bewusstsein angekommen. Das wird wahrscheinlich erst in den nächsten Tagen und Wochen passieren, wenn etwas Ruhe einkehrt ist und ich erstmal machen kann, worauf ich Lust habe.

Und natürlich plane ich keine Zukunft als Taxifahrerin!!!

11. November 2013 von Julia
Kategorien: all days - all ways, past, present & future | Schlagwörter: , , , | 6 Kommentare

Kommentare (6)

  1. Schön, dass das noch jemand sagt mit dem Taxi fahren – das ist auch meine Antwort auf Fragen nach meinen Zukuntsplänen.

    Tolles Thema deiner Arbeit, ich drücke die Daumen für ein genauso tolles Ergebnis!

  2. Freue mich für dich und drücke die Daumen für das Ergebnis.

  3. Gratuliere schon mal für das hinter dich bringen. Die Ergebnisse, da bin ich mir sicher, werden auch alle gut ausfallen. :)

  4. Ein dickes Daumendrücken ist Dir sicher!

  5. Gratuliere! Als Dipl.-Soz. kommt mir diese Taxi-Fahren-Geschichte doch sehr bekannt aus meiner Uni-Zeit vor.
    Zum Glück durfte ich mich beim Taxi-Fahren bisher immer als Gast fühlen.

    Ich drücke Daumen für das gewünschte Ergebnis und überhaupt…

  6. Ich drücke jedenfalls die Daumen bzgl. des Ergebnisses und des unvermittelt eintreffenden Traumjobangebots ;-)