Die lange Geschichte, wie ich zu diesem Internet gekommen bin…

Achtung! Achtung! Jetzt werde ich einmal weit ausholen, um euch zu erzählen, wie ich eigentlich zu diesem Internet gekommen bin…

Ganz früher – da hätte ich selbst bestimmt nicht gedacht, dass ich mal soviel mit diesem Internet zu tun haben würde… Denn in einem kleinen Dorf in Nordhessen aufgewachsen… in dem es wohl mehr Nutzvieh als Einwohner gab und gibt… zwischen Wäldern und Wiesen und ohne jemals einen Gameboy oder eine Spielekonsole besessen zu haben… wer geht da schon davon aus, dass man mal viel Zeit mit und in diesem Internet verbringen würde…

Das erste Mal mit dem Internet in Berührung gekommen, bin ich wohl 1999/2000. Damals habe ich meine erste E-Mail Adresse bei GMX eingerichtet. Die E-Mails habe ich dann hin und wieder an einem PC in der Stadtbibliothek der Kreisstadt, zu der das kleine Dorf aus dem ich komme, gehört, abgerufen. Damals habe ich natürlich kaum E-Mails bekommen – höchstens mal von einer Schulfreundin. Das, was wir in den E-Mails austauschten, hätten wir uns auch einfach in der Schule erzählen können. Aber E-Mails waren für uns etwas Neues, das wir ausprobieren wollten.

Nach meinem Abi im Jahr 2002 habe ich dann meinen ersten eigenen PC bekommen. Ich bin dann mit meinem damaligen Freund, in der Nähe von Stuttgart, zusammen gezogen. Mit dem Weggang von zuhause hatte ich das erste Mal einen Internetanschluss. Aber auch dort diente das Internet hauptsächlich, um mal kurz etwas zu googlen oder vielleicht noch, um StudiVZ zu benutzen, denn damals „befreundete“ man sich noch dort mit seinen Kommilitonen.

Nachdem ich mich dann im Jahr 2003 von meinem damaligen Freund getrennt habe, habe ich zunächst übergangsweise in einer 4er Mädchen-WG gewohnt, in der es zwar einen Telefon-, aber keinen Internetanschluss gab. Internet gab es zu der Zeit für mich nur in der 10 Minuten zu Fuss gelegenen PH, an der ich damals studiert habe.

Da die Mädels damals schon einer anderen jungen Dame das WG-Zimmer für ab September zugesagt hatten… die junge Dame allerdings erst einen Monat später einzog, zog ich zum 1. Oktober zu einer älteren Dame ins Haus. Dort hatte ich zwar eine ganze Etage für mich allein, aber die Dame wollte damals nicht, dass ich dort einen eigenen Festnetz- und Internetanschluss haben wollte. Schließlich wohnte ich dort ein halbes Jahr ohne Festnetztelefon, Internet und Fernsehen. Ich habe in dieser Zeit viel gelesen und das Internet letztendlich nur in der PH genutzt.

Im Jahr 2004 habe ich Baden-Württemberg schließlich verlassen und ging für ein halbes Jahr zurück zu meinen Eltern, die übrigens bis heute nur einen Festnetztelefonanschluss haben. Im Oktober 2004 zog ich schließlich nach Bielefeld. In meiner ersten WG gab es zwar einen Internetanschluss… aber bloß über ein Modem.

Im Jahr 2006 beschlossen meine damalige Mitbewohnerin und ich den letzten Mitbewohner zu verlassen und gemeinsam eine neue WG zu gründen. Eine hübsche Wohnung war schnell gefunden. Diese wurde schließlich mit einer Festnetz- und Internetflatrate ausgerüstet und das Schicksal nahm seinen Lauf.

Nachdem ich im Jahr 2005 von meinem damaligen Freund meinen Blog (also genau das Ding, in dem ihr gerade herum lest) zum Geburtstag geschenkt bekommen habe und über diesen Blog zum Bielefelder Blogger-Stammtisch und über diesen letztendlich im März 2008 zu Twitter kam, war ich wohl „endgültig“ infiziert. Schnell wuchsen meine Follower-Zahlen bei Twitter und das Internet bereitete mir immer mehr Spass.

Im Oktober 2008 besuchte ich schließlich mein erstes BarCamp – das BarCamp Berlin 3. Kurz danach folgte das BarCamp Hamburg und die Reihe meiner BarCamp-Besuche setzte sich über das Jahr 2009 bis heute fort. Dabei lernte ich jede Menge neuer Menschen kennen, auf die ich mich beim Besuch eines der nächsten BarCamps meist im Vorfeld schon sehr freute. Diese Freude hat sich bis heute gehalten – ich liebe es zu BarCamps zu fahren und dort Bekannte (und Freunde) wieder zu treffen und neue Menschen kennen zu lernen.

Mittlerweile kann und möchte ich dieses Internet eigentlich gar nicht mehr wegdenken aus meinem Leben. Denn es bereitet mir sehr viel Freude… und wenn ich mal keine Lust auf dieses Internet habe… dann lasse ich den Laptop einfach aus… oder das Smartphone in der Ecke liegen… Denn, auch wenn es einige Menschen vielleicht nicht für möglich halten, aber ich mache auch gerne Dinge, die überhaupt nichts oder nur sehr wenig mit diesem Internet zu tun haben… Ich treffe mich bspw. gerne mit Freunden, koche sehr gerne und ich würde behaupten auch gut, gehe gerne ins Kino… auf Fototouren, lese… male… oder mag es einfach nur herum zu liegen und zu faulenzen… und dabei möchte ich das Internet manchmal einfach nicht dabei haben… wenn ihr versteht, was ich meine… ;)

Aber – ich muss zugeben, dass ich einige der liebsten und tollsten Menschen, die mein Leben bereichern in bzw. durch das Internet kennengelernt habe… und diese Erfahrung und die Menschen, die dadurch in mein Leben getreten sind, möchte ich auf gar keinen Fall missen müssen… <3

20. Juli 2012 von Julia
Kategorien: all days - all ways, past, present & future | Schlagwörter: , , | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. @Nadinechen: Absolut! Und wo habe ich das Ehepaar kennengelernt? Genau – in diesem Internet! :*

  2. Du warst sogar bei einer unvergesslichen Hochzeit dabei… :)