Ich bin müde…

Ja, ich bin müde. Ich habe einfach keinen Spass mehr an Twitter  – und das leider schon seit Längerem. Irgendwie „ödet“ es mich nur noch an. Ich habe keinen Spass mehr daran 140 Zeichen lange Textnachrichten zu verfassen, um so meinen Followern mitzuteilen, was ich gerade denke, sehe oder tue. Seit ich mit dem Twittern begonnen habe, es war im März 2008, ist die Zahl der Twitter-User rasant gestiegen.

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Im Jahr 2009 belauschte ich drei Jugendliche im Zug, die Twitter für vollkommen überflüssig bzw. eine „Eintagsfliege“ hielten. Weit gefehlt. Twitter gibt es nach wie vor. In den letzten Jahren kamen leider immer mehr bzw. ununterbrochen irgendwelche „Marketender“, SEO- und Social Media-Experten, Clowns, Kasper und Klabautermänner hinzu, die sich pseudowitziges Zeug ausdenken, um es dann in die 140 Zeichen zu pressen. Dabei wurde manchmal gnadenlos geklaut – ja das Gedankengut anderer Menschen teilweise 1:1 kopiert. Wozu das Ganze? Auf der Jagd nach sinnlosen und völlig wertlosen Favstar-Sternen, die manche Menschen scheinbar zur Aufpolierung ihres Egos brauchen, gingen viele vollkommen rücksichtslos vor.  Schade und vollkommen unnötig. Auf die Spitze wurde das Ganze, also der Diebstahl vom Gedankengut Anderer, dadurch getrieben, dass manche „Top-Twitterer“ sich gegenseitig beweihräucherten (der Tweet-Klau wurde als unwahr bezeichnet… und der geklaute Tweet gefeiert) oder sich auf eine absolut beleidigende, lächerliche und erwachsenen Menschen völlig unangebrachte Weise „bekriegten“.

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Außerdem wurde man plötzlich gefragt… warum man jemandem nicht mehr folgte… also seine Tweets nicht mehr lesen wollte? Wozu diese Frage? Mein Verständnis von Twitter war vom Anfang bis heute… dass das Folgen einer Person auf Freiwilligkeit beruht. Und wenn mich die Alkoholexzesse, das Fernsehprogramm, Kommentare zu Domian oder den menschenverachtenden Sendungen der Privatsender nicht interessieren, genügt ein Mausklick… und ich folge einer Person nicht mehr. Wo Interessen und Gedanken so stark divergieren, finde ich die Frage nach dem „Warum?“, die teilweise sogar absolut pampig, beleidigt oder sogar beleidigend gestellt wurde, absolut unangebracht. Ich muss mich nicht dafür entschuldigen, dass mich etwas nicht interessiert. Dafür bietet Twitter, das ganze Internet, einfach viel zu viele Möglichkeiten… ich kann frei entscheiden, was ich lesen möchte bzw. welche Informationen ich aus dem reichlichen Angebot wahrnehmen möchte. Und dazu gehören für mich eben keine Dinge, die von absoluter „Denkbefreitheit“ des Verfassers zeugen. Leider wimmelt es seit geschätzt einem Jahr auf dem ehemals so von mir geschätzten und gemochten „sozialen Netzwerk“ von solchen Menschen. Followerzahlen… oder die Anzahl der Favstar-Sterne sind (schon lange… oder waren noch nie) keine Kennzahlen für „Qualität“…

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02. Februar 2012 von Julia
Kategorien: all days - all ways, Angebot & Nachfrage | Schlagwörter: , , | 5 Kommentare

Kommentare (5)

  1. Liebe @Zauberfrau,
    mit Deiner Kritik trifft Du den wunden Punkt – aus meiner bescheidenden Sicht – nicht zur Gänze. Vielleicht, weil ich nicht Deinen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad erreicht habe, stören mich die von Dir angeführten Unwägbarkeiten nicht besonders. Ähnlich wie Du handhabe ich es so, dass ich nur Menschen folge, deren Kurznachrichten mich tatsächlich interessieren. Niemand kann aus der Tatsache, dass er mich in seine Timeline aufgenommen hat, automatisch ableiten, dass ich ihm „zurückfolge“. Wessen Inhalte mich nicht interessieren, wird gnadenlos ignoriert. Wenn er dann – einer beleidigten Leberwurst ohne Rückgrad gleich – diese Tatsache im falschen Ton moniert, wird zusätzlich geblockt. So einfach ist das für mich und meine Nerven. Schließlich soll mir dieses Medium weiter Spaß bereiten. Und erst, wenn es das nicht mehr tut, werde ich vielleicht auch die Reißleine ziehen. Bis dahin halte ich mich an das etwas umgewandelte Sprichwort: „Jeder ist seiner Timeline Schmied“…

  2. Hi,

    du sagst es ja selber: Twitter ist das was du draus machst (Das hört sich jetzt nur ungewollt pathetisch an :) ), wenn dich solche Pfeifen nerven -> block; unfollow. Und nur weil sich Twitter verändert hat heißt es nicht, dass es nicht so großartig sein kann wie zu Beginn. Zumindest für mich.

    Gruß!

    Andi

  3. Einerseits kann ich Dich verstehen. Bei mir ist die Tweed-Frequenz auch deutlich nach unten gegangen. Trotzdem ist es nach wie vor mein bevorzugtes Instrument. Gerade weil ich nicht so mit Informationen überladen werde, wie z.B. durch Facebook.

  4. ich nutze Twitter nicht, um mich philosopisch zu duellieren, sondern um einen netten Zeitvertreib zu haben. Mich interessiert weder irgendwelche Sterne noch was andere von meinen Tweets halten.

    Ich nutze Twitter gerne, um mich mit meinen Freunden auszutauschen! Wenn jmd. meine Tweets kopiert, gerne das ist mir völlig schnuppe und wenn meine TL für mich unnützes Zeug twittert auch schön, entweder ich überlese es oder filter es heraus… aber ich lasse mir doch nicht durch andere meinen Spaß nehmen!

    Jeder so wie er mag…

  5. Du sprichst mir aus der Seele – Twitter ist unbedeutend geworden, wenn man bei Facebook das richtige Netzwerk hat; gerade dann, wenn man alle Leute persönlich kennt und keine oberflächlichen 140 Zeichen austauschen „muss“…