Ich habe Kenny getötet.

Ich habe Kenny getötet – NEIN, also wenn ich ehrlich bin, habe ich das nicht getan. Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich bisher nicht mal eine Folge Southpark gesehen habe.

Was ich aber definitiv getan habe – ich habe meinen „alten“ twitter-Account gelöscht. In einer Nacht, ohne Nebel Aktion habe ich meinen bisherigen twitter-Account gelöscht. Für einige, gerade die, die ständig auf der Jagd nach Followern sind ein halbwegs unverständlicher Schritt, weshalb ich gestern etliche Fragen erhielt, die ungefähr so klangen: „Warum? Du hattest doch recht viele Follower zusammen.“ Das stimmt wohl.

Als ich im März 2008 anfing zu twittern, hätte ich nie damit gerechnet irgendwann mal über 1000 Follower zu erreichen. Aber es kam anders als gedacht. Bald versammelte sich eine „stattliche Follower-Gemeinde“ um mich. Doch mit der starken Resonanz veränderte sich auch mein Stil zu schreiben. Ich denke, dass ist bei jedem so, der anhand der Rückmeldungen sieht: „Hey, die finden mich toll… die finden mich lustig.“ Gefährlich daran ist allerdings, dass ich irgendwann das Gefühl bekam, dass meine Follower einen Anspruch an mich haben. Dieser äußerte sich oft in Anfragen, wo ich denn gerade sei, was ich tue oder ob ich nicht ein twitpic vom gerade erlebten schicken könnte.

Ja, bei twitter ging es bis vor einem Monat um die Frage „What are you doing?“ – mittlerweile wurde die Frage in „What is happening?“ umformuliert. Natürlich habe ich oft bereitwillig Kanonenfutter gegeben, aber manchmal fühlte ich mich einfach irgendwie ausgebrannt. Es klingt vielleicht komisch, aber manchmal fühlte ich mich in eine Ecke gedrängt und hatte das Gefühl mir etwas „ausdenken zu müssen“, um die Leute zu unterhalten. Denn „du bist sehr unterhaltend“ bekam ich oft als Antwort, wenn ich via twitter oder ab und zu persönlich fragte, warum man mir folgte.

Natürlich war/ist es sehr schön so viel positive Resonanz zu bekommen – mehr als 1000 Follower… wow – wirklich „nice to have“. Ich würde mich auch sehr freuen, wenn viele der alten Follower meinem neuen Account, der übrigens auch wieder unter dem Nicknamen zauberfrau läuft, folgen würden.

Lasst euch überraschen, was nun passiert – worüber ich nachdenke und schreibe. Wo genau diese Reise mich hinführt, weiß ich selbst noch nicht. Ich wünsche euch viel Spass bei meinem „Reisetagebuch in 140 Zeichen“-Nachrichten.

17. Dezember 2009 von Julia
Kategorien: all days - all ways | 17 Kommentare

Kommentare (17)

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  3. @ Daniela: Danke für’s erneute Folgen. ;-)

    @ Dagger: Danke – i’ll just do it.

    @ Heiko: Danke. Ich glaube übrigens nicht, dass ich mich darüber ärgern werde. Als ich vor zwei Jahren mal knapp vierzehn Kilo abgenommen habe – habe ich mich im Anschluss auch nicht geärgert sondern mich im Gegenteil sehr erleichtert gefühlt… und das natürlich im doppelten Sinne.

    Der gelöschte twitter-Account war auch eine Form von Balast für mich. Daher denke ich nicht, dass ich das ganze Zeug vermissen werde.

  4. Das ist das Schöne an der virtuellen Welt. Man kann leichter neu anfangen. Viel Spaß und Freude dabei! Aber meinst Du nicht, dass Du Dich in ein paar Jahren ärgern wirst, dass alles weg ist, Deine ganzen Einträge? Ich weiß nicht, ob ich das könnte – bin aber auch mehr so der Sammeltyp.;-)

  5. Finde ich eine gute Idee. manchmal muss man reinen Tisch machen. Du bist ja noch hier und was viel wichtiger ist: In Deinem Leben. So mittendrin. Sich darin gut zu fühlen ist doch viel wichtiger als irgnd jemandem etwas Recht zu machen bzw. machen zu wollen. Lebe Dein Leben so wie Du magst. Es ist Deins! Und twittere es so wie Du magst :-)

  6. Hey!

    Ich kenn das vom bloggen – da habe ich irgendwann 2007 schleichend immer weniger und weniger gebloggt, weil ich dachte, es müsse ganz schrecklich unterhaltsam, amüsant oder wenigstens großartig werden.
    Das habe ich glücklicherweise abgelegt, und beim twittern gar nicht erst wieder angenommen.
    Ich freue mich, dass wir uns gleich wieder folgen, Du gehörst zu meinem „angenehmen Grundrauschen“ (hab ich geklaut, fand ich ne gute Formulierung).
    Aber nicht vergessen: Wenn Du was erzählen willst, dann raus damit, wenn Du gerade einfach nix zu erzählen hast (oder willst): Einfach sein lassen.
    Twitter ist für Dich da, wenn Du es brauchst, nicht andersherum!

  7. @ tineroyal: Mein Plan – eine gesenkte tweet-Frequenz… und weniger Futter für Trolle. ;-) Diese sollten sich übrigens mal fragen, ob sie ihre Fragen auch im real life stellen würden… sie nutzen die Anonymität des Netzes… Sorry – ich finde das in gewisser Weise peinlich und natürlich anstrengend.

    zauberfrau… mein Herz hängt an dem Nick. Basta.

  8. gleicher nickname: wie wird sich da was ändern? stellen nicht die selben follower in 2 wochen dann wieder die selben persönlichen fragen? vorallem wenn nicht protected? alles andere was mir dazu einfällt, fragen, anmerkungen, meinungen… bleiben besser in meinem kopf – das würde sicher zu tief / zu persönlich werden ;-) also just do it.

  9. @ caschy: Hui dankeschön! Ich sehe das als Kompliment. ;-)

    @ Phunrocka: Ich habe dafür keine Bezeichnung… für mich war es die einzig logische Konsequenz.

    @ Anita: Ja, in der Tat… es tat gut und hat Spass gemacht. Plan ist, dass alles ein wenig anders werden soll.

    @ fechnerk: Öhm, danke.

    @ Karsten Sauer: Das hast du schön gesagt. ;-)

    @ Textzicke: Ja, twitter ist wirklich ein tolles Netzwerk – das sehe ich auch so. Allerdings begann das Ganze ein wenig zu bröckeln bzw. für mich an Attraktivität zu verlieren, als ich merkte, wie einige twitterer neidisch nach links und rechts schauten und nicht glauben konnten, wie andere durch ihre Ideen, ihre Worte – ja durch ihre Art und ihren Humor eine nette Anzahl an Followern gewonnen hatten.

    Die „Neider“ begannen entweder manuell oder mit Hilfe irgendwelcher Skripts jeder Menge Leute zu folgen, von denen gerade in den ersten Monaten des einsetzenden Hypes um twitter zu erwarten war, dass sie die Folgschaft aufnehmen würden. Es ging plötzlich nur noch um die Followerzahl.

    Nach wenigen Wochen wurden die Verfolgten dann wieder entfolgt, um für einen guten „Schnitt“ zu sorgen. ;-) Da waren sie nun… die „langweiligsten und uninteressantesten Pappnasen“, die sich manuell oder mich technischem Know-how ein paar hundert bis eintausend oder mehr Follower in ihre Accounts gezogen hatten. Leute die an einem Follow Friday wohl selten bis niemals empfohlen wurden… die sich nun aber „groß“ und interessant fühlten, denn ihre Followerzahl sprach ja für sie. ;-)

    Ich für meinen Teil kann behaupten, dass ich meine Follower nicht zusammen „geschummelt“ habe und mich immer darum bemüht habe, freundlich auf Replies und dm’s zu antworten. Aber zu verschiedenen Zeitpunkten hatte ich schon das Gefühl, dass einige der Follower davon ausgingen mich „zu kennen“ und sich auf penetrante Art und Weise versuchten in meine Timeline zu drängen. In diesem Fall hat man natürlich immernoch die Möglichkeit die „Nervensägen“ weg zu blocken… was ich allerdings immer erst in letzter Instanz getan habe, nachdem ich eingesehen hatte, dass ihnen einfach nicht „zu helfen ist“.

    Mein alter Account war 1 1/2 Jahre alt – für mich war es an dieser Stelle einfach Zeit einen Schnitt zu machen. Neu und ein wenig anders zu beginnen… allerdings unter dem von mir geliebten Nicknamen zauberfrau.

  10. Hm. Ich respektiere Deinen Schritt (den ja z.B. auch der berühmte Peter Breuer tat) natürlich voll und ganz. Trotzdem kann ich dieses Problem, das ja offenbar viele Twitterer „befällt“, nicht ganz nachvollziehen.
    Ich bin – aus welchen Gründen auch immer – mittlerweile bei fast 2.500 Followern und fühle mich von ihnen nicht im Geringsten bedrängt oder gefordert. Im Gegenteil habe ich doch allein in der Hand, was ich mit ihren Replies, Fragen oder Wünschen tue?

    Ans Aufhören oder Pausieren habe ich noch nicht mal ansatzweise gedacht. Hätte ich weniger Zeit, würde ich weniger twittern. Bin ich mal nicht da, bin ich eben mal nicht da (obwohl das seit iPhone … aber lassen wir das).
    Twitter hat sich für mich im Gegenteil zu einem tollen Netzwerk entwickelt, über das ich heute nicht wenige Text-/Lektoratsaufträge generiere und das mir bisher in fast allen Fragen eine Antwort gab.

    Woran es wohl liegt, dass verschiedene Twitterer das SO unterschiedlich empfinden? Vielleicht bin ich einfach nur ein Eisklotz oder irgendwie hartgesotten? Hm.
    Die Diskussion darum werde ich interessiert weiter verfolgen – und Dich auch, by the way. ;)

  11. Es scheint wirklich ein verbreitetes Phänomen zu sein, dass sich Twitterer unter Druck gesetzt fühlen, ständig ‚liefern‘ zu müssen. So einen Anflug hatte ich auch zeitweise, habe dann aber für mich beschlossen, dass ich und nur ich entscheide, in welchem Tempo, mit welchem Inhalt ich twittere und auch auf wen ich reagiere.

    Nur weil ich ein paar Schlaglichter meines Alltags auf Twitter teile heißt nicht, dass ich deswegen auch Rede und Antwort schuldig bin – zumindest nicht für jeden. Ich habe meine kleine Crowd, die ich größtenteils persönlich kenne oder noch kennen lernen werde (gell, Fräulein?). Und wenn andere Spaß an dem haben, was ich da so produziere finde ich es natürlich schön – aber das darf nicht zum Boomerang werden.

    Auf ein Neues!

  12. Glückwunsch ;-)

  13. manchmal kann das eine bereinigende Wirkung haben…

    :-) find ich auch gut und sehr mutig. War bestimmt ein komisches Gefühl…bin gespannt, wie es weitergeht :-)

    Wünsche Dir ein besinnliches und twitterfreies Weihnachtsfest :-)

  14. So etwas nennt man dann wohl „Back to the roots“!?!? Oder ;-)
    Aber, warum auch nicht…!

  15. Pingback: Tweets die Julia Emde » Blog Archive » Ich habe Kenny getötet. erwähnt -- Topsy.com

  16. das ist jazz. ^^

  17. Sehr schön. Sehr mutig. Sehr „Julia“. Endlich mal wieder „real“ ;)