Julia Emde

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Bloggen ohne Barrieren

Mai19

Es ist mir wirklich eine große Freude und Ehre euch heute einen ganz besonderen Beitrag bei mir im Blog präsentieren zu können. Geschrieben wurde der Beitrag von Heiko Kunert. Heiko arbeitet beim Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V. (BSVH). Er ist selbst blind und hat mich in einem meiner letzten Beiträge darauf aufmerksam gemacht, dass z.B. png-Grafiken von Menschen, die das Web mithilfe eines Screenreaders, einer Sprachausgabe und Braillezeile nutzen, nicht gelesen werden können. So entstand schließlich die Idee dieses Gastbeitrages, für den ich Heiko ganz lieb danken möchte. Wer Heiko auf twitter folgen möchte, kann dies unter @HeikoKunert tun. Heiko hat auch einen eigenen Blog, den ihr unter blindpr.wordpress.com findet. So und nun endlich zu Heikos Gastbeitrag:

Mitmachen steht im Zentrum des Web 2.0: Posten, kommentieren, Vernetzen. Gerade für Menschen mit einer Behinderung bietet das Internet enorme Chancen. Sie können Kontakte knüpfen, auf ihre Situation aufmerksam machen und auf einer Augenhöhe mit nichtbehinderten Usern kommunizieren. Ich bin blind. Mein Computer spricht und hat eine Braillezeile – ein Gerät, das den Bildschirminhalt in Blindenschrift ausgibt. Ich blogge über Kultur, den Alltag als blinder Mensch und über meine Arbeit beim Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg. Und ich lese gern Blogs. Damit ich das kann, sollten sie barrierefrei sein.

Barrierefreiheit, englisch: Accessibility, bedeutet konkret, dass Grafiken und Bilder mit aussagekräftigen Alternativ-Texten versehen sind. Werden unkommentiert Flickr-Fotos eingebunden oder Bilder mit der Bezeichnung Foto002.jpg, dann liest mir mein PC kryptische Codes und Zahlen vor. Ob die Grafik aber ein Urlaubsschnappschuss, ein Partyfoto oder ein Schaubild mit Diagrammen ist, dass kann mein PC nicht erkennen. Wenn vorhanden, liest er mir aber Alternativ-Texte vor. Ihr könnt diese entweder mit dem alt-Attribut in html einfügen oder auf Blogging-Plattformen in die entsprechenden Feldereintragen.

Weiter ist eine sinnvolle Strukturierung notwendig. Das gilt vor allem für Überschriften Sie sollten eindeutig mit ihren unterschiedlichen Ebenen ausgezeichnet sein (in HTML mit <h1>, <h2> usw.). Ich kann dann nämlich auf der Website mit Tastenkombinationen von Überschrift zu Überschrift springen und bekomme dabei angesagt, auf welcher Überschriften-Ebene ich mich gerade befinde. So kriege ich einen Eindruck von der Struktur der Seite und kann mich selbstständig und schnell auf ihr zurechtfinden. Aufzählungen sollten als Listen mit sinnvoller Verschachtelung ausgegeben werden, Zitate ebenfalls als solche markiert werden. Schaltflächen brauchen eine verständliche Beschriftung, sonst sagt mein Computer nur „Schaltfläche“, und ich weiß nicht, was für eine das ist.

Einige Blogger versuchen sich mithilfe von Captchas vor Spam in den Kommentaren zu schützen. Blinde und sehbehinderte Leser können die Zeichenfolgen nicht aus der Grafik ablesen. Zwar gibt es hierfür inzwischen Tools, dennoch solltet Ihr auf rein visuelle Captchas verzichten, wenn Ihr eine barrierefreie Seite haben wollt. Gelegentlich gibt es Audio-Captchas, die meiner Erfahrung nach aber schwer zu nutzen sind. In Julias Blog hingegen muss man Zahlen zusammen zählen und die Lösung als Captcha-Ersatz eintragen. Das ist eine barrierefreie Lösung.

Accessibility bedeutet nicht nur, dass blinde Menschen das Web nutzen können. Seiten sollten für Sehbehinderte vergrößerbar sein. Sie sollten auch für Menschen nutzbar sein, die aufgrund einer motorischen Einschränkung keine Maus benutzen können. Videos sollten für gehörlose und schwerhörige Menschen untertitelt sein. Das Web ist dynamisch, immer wieder gibt es neue Funktionen. Häufig stellt man erst nach der Veröffentlichung neuer Tools fest, inwieweit sie barrierefrei sind. Würden die Anforderungen an ein Netz für alle bereits beim Programmieren berücksichtigt, wäre viel gewonnen.

Von Barrierefreiheit profitieren neben den rund 7 Mio. Behinderten in Deutschland auch die steigende Zahl der surfenden Senioren und jeder User, der eine klare Struktur und Übersichtlichkeit zu schätzen weiß. Und Accessibility ist nicht schwer, man muss nur daran denken. Wer sich ein bisschen mit den gängigen HTML-Standards auskennt oder wer eine entsprechende Weboberfläche oder Software zum Veröffentlichen nutzt, der sollte ein barrierefreies Blog hinkriegen. Ich würde mich darüber freuen.

Mehr Infos zum Thema gibt das Projekt BIK: Barrierefrei Informieren und Kommunizieren.

Autor: Heiko Kunert

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Schon ganz schön groß

März25

Gestern war’s so weit und fast niemand hat’s gemerkt; ich hatte Geburtstag! Schon den dritten, denn dieser folgt bekanntlich nach der Geburtsstunde und dem ersten und zweiten Geburtstag.

Einiges habe ich in dieser langen Zeit mitgemacht und dennoch – oder gerade deshalb – sehe ich besser aus denn je, finde ich zumindest. Wie meine Mama habe ich auch schon das ein oder andere Mal mein Aussehen gewechselt; mal elegant, mal sportlich, mal hipp in pink, mal – wie zur Zeit – knuffig knuddelig.

Ein guter Zuhörer war ich ja, das muss ich schon sagen. Egal, ob Mama augenscheinlich gut oder eher schlecht drauf war – ich spendete ihr Trost, auch in Zeiten, in denen sie offensichtlich lebensbedrohlichen Lagen ausgesetzt war. Und das war nicht immer leicht, denn ich hatte selbst auch so meine Problemchen und musste bereits in meinen jungen Jahren etliche Umzüge mitmachen, bin aber seit August bei einem zuverlässigen Vermieter mit Liebe aufgenommen worden. Da fühl’ ich mich wohl.

Mensch, könnt ihr euch vorstellen, dass ich tatsächlich schon 719 Geschichten kenne, die insgesamt mit 5.043  wertvollen, aufbauenden, unterstützenden und nicht hoch genug zu honorierenden Kommentaren untermalt sind? Wer kann das schon in meinem Alter sonst von sich behaupten? Hmm, da werd’ ich ja fast ein bisschen rot.

Meistens erzählt Mami von ihrem Alltag, oft zeigt sie ihre Zuneigung zu Bäumen und manchmal schlüpft sie sogar in andere Rollen. Und bei ihrem Ego-Trip geht’s ihr besonders gut. Sie macht das aber auch wirklich toll, die Mami.

Also mir macht die Sache großen Spaß – und ich hoffe, euch geht es genau so. Wäre toll, wenn ihr noch viele Jahre meine Freunde bleibt!

Tschüssi

Langschläfer

August14

Vorab: Entschuldigt die Unannehmlichkeiten! Das tut mir wirklich außerordentlich Leid.

Der Server wurde gestern Nachmittag aufgerüstet (mehr RAM, schnellere CPU) und sollte dabei eine neue IP bekommen. Die netten Herren, die wohl mit dem linken Fuß aufgestanden waren, haben die alte IP entfernt, die Hardware-Arbeiten übernommen, den Server hochgefahren und sind nach Hause gegangen. Was fehlt? Richtig, die neue IP.
So stand das Ding also funktionstüchtig im Rechenzentrum, hatte jedoch keine IP. Das wurde heute Mittag um 12 Uhr nachgeholt, woraufhin sich nun die DNS-Server die neue IP holen können.

Spätestens in den Abendstunden sollten also die DNS-Einträge der jeweiligen Provider die richtige IP (die alte ist schon wieder neu vergeben, das ist diese komische “Default PLESK Page” *grr*) ausliefern, womit das Surfen auf und zu Julias Blog wieder Spaß macht. Versprochen, so etwas kommt nun wirklich nicht mehr vor. :)

Tschö, Manu

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Post fatales Chaos!

Oktober25

logo_deutschepost.gifSeit die Deutsche Post privatisiert und in ein weltumspannendes Transportunternehmen umgewandelt wurde, werden dort Service und Kompetenz groß geschrieben, die Freundlichkeit steht im Vordergrund und eine zügige Abwicklung bildet das Rückgrat dieser neuen Post. Da wir von Natur aus leicht zu beeinflussen sind und die Post-Werbung diese Möglichkeit bei uns auch gründlich genutzt hat, entschieden wir uns letzte Woche, den Frankierservice der Deuschen Post in Anspruch zu nehmen (Der Frankierservice bietet für eBay-Händler wie uns den Vorteil, dass auf den Warensendungen keine Portogebühr steht).

Als wir nun mit ca. 250 Warensendungen (DIN Lang und DIN A4) in mehreren Kartons unter großen Augen der anderen Postbesucher dort ankamen, dauerte es nur wenige Momente und ein bisschen Kartons-mit-den-Füßen-schieben, bis wir an einem Schalter ankamen. Der entsetzt auf die Kartons guckenden Dame hinter diesem Schalter erklärten wir, dass wir den Frankierservice in Anspruch nehmen möchten. Begeistert von der Aussicht, für ihren Arbeitgeber etwas Geld zu verdienen fragte uns die Dame sogleich:"Warum wollen Sie denn den Frankierservice nutzen? Das geht doch viel billiger, wenn Sie das selbst frankieren!". Wir freuten uns über diesen kostensparenden Hinweis und erklärten ihr, dass wir tatsächlich sogar einen guten Grund hatten, den Frankierservice zu nutzen. Mit zweifelndem Blick begab sich die gute Frau nun also etwas lethargisch in eine Art Lagerraum, um uns ein paar gelbe Postkisten zu holen. "Hier müssen Sie das einsortieren!", sagte sie. Nach einigem hin- und herüberlegen und Zurateziehen einer Kollegin hatte sie dann auch herausgefunden, wie wir die Warensendungen einsortieren sollten. Also konnten wir uns an die etwa 10-Minütige Arbeit machen. Servicefreundlich, wie man als Postangesteller (oder vielleicht doch Beamter?) nunmal ist, kümmerte sich unsere Kundenfachkraft währenddessen um die anderen Kunden. Sie war dabei allerdings so konzentriert, dass sie gar nicht bemerkte, dass wir mittlerweile mit dem Einsortieren fertig waren. Auch ein freundlich eingeworfener Hinweis durch uns blieb ohne Erfolg (man hätte beinahe den Eindruck gewinnen können, dass Sie sich nicht so recht um uns kümmern wollte).

Nach etwa 20 Minuten warten konnte unsere Bedienung dann doch tatsächlich ein Opfer finden, der sie die etwas verwirrende Aufgabe übertragen konnte. Ein freundlicher Herr kam auf uns zu und warf einen prüfenden Blick auf die fein säuberlich einsortieren Warensendungen. Mit mitleidigem Blick sagte er zu uns, dass das die falschen Kisten wären und ging daraufhin wieder in das Lager, um uns mit neuen Kisten zu beglücken. Nach erneutem 10-Minütigen einsortieren kam er wieder zu uns, um ein paar Einlieferungsformulare auszufüllen. Meine Frage, ob das von ihm gewählte Formular nicht das Falsche sei (Infobrief statt Warensendung), beantwortete er mit einem selbstsicheren:"Nee, nä? Das is’ schon das Richtige, nä?". Eine Minute später blickte er dann auf uns sagte:"Hmm, das sind ja Warenseundungen, nä? Da muss ich ja doch das andere nehmen!". Nun gut, er nahm also das andere Formular und füllte es aus. Während er dies tat, erfreute er uns immer wieder mit schönen Sätzen, die jedes Mal mit dem Wörtchen "Nä?" endeten. 

Weitere 5 Minuten später hatten wir es nun tatsächlich, nach erfolgreicher Geldübergabe und einem Regenschauer von "Nä?"‘s geschafft, unsere Warensendungen abzugeben. Um unseren tiefen Dank über die erfahrene Hinwendung zum Ausdruck zu bringen, ließen wir dann auch unsere leeren Pappkartons, in denen wir die Warensendungen hergebracht hatten, zurück.

 

Autor: Chrisimo 

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