Februar2
Ja, ich bin müde. Ich habe einfach keinen Spass mehr an Twitter - und das leider schon seit Längerem. Irgendwie “ödet” es mich nur noch an. Ich habe keinen Spass mehr daran 140 Zeichen lange Textnachrichten zu verfassen, um so meinen Followern mitzuteilen, was ich gerade denke, sehe oder tue. Seit ich mit dem Twittern begonnen habe, es war im März 2008, ist die Zahl der Twitter-User rasant gestiegen.
Es ödet mich an... ja - es langweilt mich. Im Jahr 2009 belauschte ich drei Jugendliche im Zug, die Twitter für vollkommen überflüssig bzw. eine “Eintagsfliege” hielten. Weit gefehlt. Twitter gibt es nach wie vor. In den letzten Jahren kamen leider immer mehr bzw. ununterbrochen irgendwelche “Marketender”, SEO- und Social Media-Experten, Clowns, Kasper und Klabautermänner hinzu, die sich pseudowitziges Zeug ausdenken, um es dann in die 140 Zeichen zu pressen. Dabei wurde manchmal gnadenlos geklaut – ja das Gedankengut anderer Menschen teilweise 1:1 kopiert. Wozu das Ganze? Auf der Jagd nach sinnlosen und völlig wertlosen
Favstar-Sternen, die manche Menschen scheinbar zur Aufpolierung ihres Egos brauchen, gingen viele vollkommen rücksichtslos vor. Schade und vollkommen unnötig. Auf die Spitze wurde das Ganze, also der Diebstahl vom Gedankengut Anderer, dadurch getrieben, dass manche “Top-Twitterer” sich gegenseitig beweihräucherten (der Tweet-Klau wurde als unwahr bezeichnet… und der geklaute Tweet gefeiert) oder sich auf eine absolut beleidigende, lächerliche und erwachsenen Menschen völlig unangebrachte Weise “bekriegten”.
Ich mag mir nicht auf Biegen und Brechen, für "wertlose" Sterne, pseudowitziges Zeug ausdenken. Außerdem wurde man plötzlich gefragt… warum man jemandem nicht mehr folgte… also seine Tweets nicht mehr lesen wollte? Wozu diese Frage? Mein Verständnis von Twitter war vom Anfang bis heute… dass das Folgen einer Person auf Freiwilligkeit beruht. Und wenn mich die Alkoholexzesse, das Fernsehprogramm, Kommentare zu Domian oder den menschenverachtenden Sendungen der Privatsender nicht interessieren, genügt ein Mausklick… und ich folge einer Person nicht mehr. Wo Interessen und Gedanken so stark divergieren, finde ich die Frage nach dem “Warum?”, die teilweise sogar absolut pampig, beleidigt oder sogar beleidigend gestellt wurde, absolut unangebracht. Ich muss mich nicht dafür entschuldigen, dass mich etwas nicht interessiert. Dafür bietet Twitter, das ganze Internet, einfach viel zu viele Möglichkeiten… ich kann frei entscheiden, was ich lesen möchte bzw. welche Informationen ich aus dem reichlichen Angebot wahrnehmen möchte. Und dazu gehören für mich eben keine Dinge, die von absoluter “Denkbefreitheit” des Verfassers zeugen. Leider wimmelt es seit geschätzt einem Jahr auf dem ehemals so von mir geschätzten und gemochten “sozialen Netzwerk” von solchen Menschen. Followerzahlen… oder die Anzahl der Favstar-Sterne sind (schon lange… oder waren noch nie) keine Kennzahlen für “Qualität”…