„Hausverbot“ im Foto-Studio :D

Ich habe in meinem ganzen bisherigen Leben wirklich noch nie irgendwo Hausverbot bekommen, bis vorgestern. Vorgestern war ich in Bielefeld in einem Foto-Studio, in dem ich neue Bewerbungsbilder schießen lassen wollte. Dazu war ich bereits am Dienstag vor Ort gewesen, um einen Termin auszumachen. Schließlich vereinbarten der Fotograf und ich, dass ich am Mittwoch um 11 Uhr wiederkommen sollte, damit er die Bewerbungsfotos von mir schießen könnte.

Am Mittwoch um kurz vor 11 Uhr war ich schließlich wieder im Foto-Studio, um meinen Termin wahrzunehmen. Allerdings meinte der Fotograf dann, dass er einen Termin hätte und seine Kollegin die Bilder von mir machen würde. Also brachte ich mich auf dem Stuhl in Position und die Dame begann damit Fotos zu machen. Nach dem ersten Durchgang meines „Foto-Shootings“ meinte ich zu der Dame, dass mir keines der Bilder von mir gefallen würde. Ich zeigte ihr ein Bild von mir, das ich selbst geschosssen hatte und sie ging los, um einen Hocker zu holen, um mich aus einer anderen Perspektive zu fotografieren.

Als ich auch nach dem zweiten Durchgang mit keinem der Bilder einverstanden war, weil ich mich einfach auf keinem der Fotos wiedererkannte, meinte sie, dass ich in diesem Fall einfach einen neuen Termin mit ihrem Kollegen ausmachen sollte. Als sie ihm von ihrer Idee erzählte, kam der Fotograf um die Ecke geschossen und sagte zu mir: „Meine Kollegin hat gerade 15-20 Minuten Fotos von Ihnen gemacht. Es kann nicht angehen, dass da kein einziges Bild dabei war, das Ihnen gefällt. Wir machen keinen neuen Termin aus – Sie brauchen gar nicht mehr wiederzukommen.“

Nachdem er mir das ins Gesicht hat, habe ich wirklich nicht schlecht gestaunt, das könnt ihr mir glauben. Es zeigt meiner Meinung nach mal wieder, dass die wenigsten Dienstleister in Deutschland wirklich serviceorientiert und freundlich sind. Wenn etwas schief läuft, ist natürlich immer der Kunde schuld und in diesem Fall nicht etwa die eventuell schlechte Ausleuchtung des Studios oder die mögliche Unfähigkeit seiner Kollegin.

Erstmal musste ich wirklich schwer schlucken, als ich das Foto-Studio verließ. Aber hey – es ist mein erstes Hausverbot… und in einem Foto-Studio… 😀 Als hätte ich dort das Equipment geschrottet oder sonstiges… Mittlerweile ist es eine lustige Geschichte für mich, die ich vielleicht noch meinen Kindern oder Enkeln erzählen werde. 😉

27. Februar 2015 von Julia
Kategorien: all days - all ways | Schlagwörter: , , , , , , , , | 8 Kommentare

Kommentare (8)

  1. Krasse Nummer, ich hatte hier ja in Bielefeld schon so einige Erlebnisse, aber das auch noch nicht…

  2. @Jens: Da ich selbst durch meinen Minijob mit Kunden zu tun habe und stets freundlich bin und immer versuche alles (durch Telefonate mit den anderen Filialen) zu ermöglichen, was machbar scheint, fand ich die Aussage des Fotografen wirklich unter aller Kanone.

  3. Unglaublich! Ich hoffe, du kannst sie bei einem entsprechenden Portal bewerten, so dass andere (potentielle) Kunden vor diesem „Service“ gewarnt werden.

    Aber hast du wirklich Hausverbot bekommen oder meinte er nur, du brauchst nicht mehr wiederkommen? Hausverbot ist ja schon nochmal ne andere Stufe, auch mit rechtlichen Konsequenzen, falls du dich nicht dran halten solltest.

  4. @Henning: Ich habe das „Sie brauchen gar nicht mehr wiederkommen!“ als Hausverbot aufgefasst. Natürlich werde ich dort nie wieder hingehen: weder um dort eine alte Kamera checken zu lassen, noch um Filme zu kaufen, entwickeln zu lassen etc. Mit so einer Service-Mentalität macht man sich meiner Meinung nach keine „Freunde“. Ich selbst bin momentan ja noch im Verkauf tätig und da kann es auch sein, dass ich jemanden eine Stunde oder länger berate und die Person am Ende doch nichts kauft. Für mich jedoch kein Grund so zu reagieren, wie es der Herr getan hat.

  5. Natürlich ist das Verhalten von denen völlig unangebracht. Das zieh ich keinesfalls in Zweifel. Ich wollte nur darauf hinaus, dass ein Hausverbot erstens explizit ausgesprochen werden muss und zweitens eben auch rechtliche Konsequenzen hat, die schwerer wiegen als faktische (wie „Ich geh da nicht mehr hin“). Ist also kein Synonym für: Die haben mich weggeschickt.

  6. @Henning: Es tut mir leid, dass ich mich diesbezüglich falsch ausgedrückt habe.

  7. Haha, geile Geschichte. 🙂

  8. Krasse Geschichte – aber das ist kein Hausverbot.

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