Impressionen aus Bonn I






Man hatte mich gewarnt. Man hatte mir gesagt, dass es in dem kleinen Kiosk, der auch eine “Mini-Postfiliale” beherbergt ziemlich komisch zugehen würde. Einen Namen für den kleinen Kiosk mit “Mini-Postfiliale” gab es auch schon: Post des Grauens.
Bevor ich heute das erste mal die Post des Grauens betrat, wollte ich dem Ganzen nicht wirklich Glauben schenken. Doch ich wurde heute eines Besseren belehrt.
Im Kiosk In der Post des Grauen war es ziemlich finster und es lag allerlei Killefit unsortiert im Verkaufsraum herum. Im Schaufenster werden Shishas in verschiedenen Größen zur Schau gestellt. Hinter dem Verkaufstresen entdeckte ich dann den ziemlich schmierigen Verkäufer, der mit glasigen Augen in irgendeiner Zeitschrift herum las.
Ich legte meinen Briefumschlag, der natürlich ordentlich mit meinen Adress-Etiketten beklebt war, auf den Tresen und fragte den Verkäufer wie viel Porto der Brief wohl kosten würde. Der Verkäufer schielte mit seinen glasigen Augen auf den Umschlag und sagte halb fragend: “Ist ein normaler Brief, ne?” “Na, ich dachte sie könnten mir genaueres sagen”, sagte ich. “Normaler Brief denke ich.”, sagte der schmierige Verkäufer und kramte in einer Schublade nach einer Briefmarke. “Ich brauche keine Briefmarke, wenn das ein normaler Brief ist.” Trotzdem kramte er weiter in der Schublade. “Ich brauche keine Briefmarke, wenn das ein normaler Brief ist”, wiederholte ich.
Ich klebte eine meiner “Vorratsbriefmarken” auf den Umschlag und reichte ihm den Umschlag über den Tresen. “Nee, könnse draußen einwerfen. Die werden alle zur gleichen Zeit abgeholt.”
Ja nee, ist klar! Also, wenn es sich vermeiden lässt, werde ich die Post des Grauens so schnell nicht wieder aufsuchen.
Mit Service und halbwegs kompetenter Bedienung muss man in der Post des Grauens nämlich nicht rechnen.
Seit 1 1/2 Wochen wohne ich nun in Bonn und ich muss sagen, dass ich mich hier sehr wohl fühle. Der Weg zur Arbeit bei mixxt nimmt ca. 35 Minuten in Anspruch. Egal welche Bahnline ich dabei nehme, um auf die andere Rheinseite zu kommen, ich habe immer einen tollen Blick über den Rhein.
Heute habe ich mit meiner Schwester eine kleine Radtour am Rhein entlang gemacht. In Oberkassel, meinem derzeitigen Wohnort ging es los, an der Kennedy Brücke überquerten wir den Rhein, fuhren auf der anderen Rheinseite entlang bis wir in Bad Godesberg die Fähre nahmen, um von Niederdollendorf aus wieder nach Oberkassel zu radeln.
Nach einem spannenden und ereignisreichen Osterwochenende, das ich von Freitag bis Sonntag bei meinen Eltern verbracht habe und seit gestern in Bonn ausklingen lasse, freue ich mich auch wieder auf die neue Woche mit neuen Aufgaben und Herausforderungen in der neuen Stadt und meinem Praktikum.