Julia Emde

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Kleines B

Februar26

Am letzten Wochenende war ich in Bonn, auf Wohnungssuche, da ich ab 1.4. ein 6 monatiges Praktikum bei mixxt mache. Die ersten Versuche der Kontaktaufnahme zu potentiellen Mitbewohnern und Vermietern war ein wenig frustrierend, denn sobald man das Wort Zwischenmiete erwähnte, wurde man rüde zurückgewiesen. Sätze wie “Egal wie nett du bist, wir suchen jemanden für längerfristig” waren keine Seltenheit.

Schließlich fand ich dann aber dennoch 6 Angebote, die ich mir anschauen wollte und durfte. Von einer 1-Zimmer-Wohnung mit einem kleinen Garten in Endenich bis zu einem verrauchten Loch am Bahnhof war alles dabei. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bot meiner Meinung nach allerdings ein schickes, möbliertes Zimmer in Oberkassel. Von dort brauche ich ca. 25 Minuten bis zum Office… ein Zeitrahmen, den man gut zum Lesen oder Musik hören nutzen kann.

Bonn hat mir übrigens richtig gut gefallen. Natürlich gibt es auch “hässliche” Ecken, aber der Gesamteindruck war eher positiv. Gut… um den Bahnhof herum fand ich es ziemlich zwielichtig… huiui, da laufen Gestalten rum. ;-) Ansonsten habe ich mich mit Hilfe “eines Stadtplans” aber ganz gut zurecht gefunden und kam zu allen Besichtigungsterminen pünktlich. Der Rhein macht natürlich viel des “Charmes” der Stadt aus… im Sommer ist es dort bestimmt noch viel schöner…

Nun bin ich noch einen Monat in Bielefeld, eine Stadt, die ich nicht gern zurück lasse, aber ich freue mich auf Bonn und meine Zeit bei mixxt.

Blogger Tamagotchi

Februar13

Eben auf dem “Beinaheweg” zur U-Bahn habe ich im Treppenhaus mal wieder meinen Nachbarn abgefangen (ja, so eine bin ich… lauschen, ob der Nachbar vorbeikommt, um zu fragen ob er mich evt. im Auto mit zur Uni nehmen würde). Ich hatte Glück und so blieb mir die Fahrt mit der U-Bahn erspart, die ich rein zeitlich auch gar nicht mehr erwischt hätte, da kurz vorher noch der DHL Bote bei mir geklingelt hatte.

Bestellt hatte ich nichts, deswegen war ich etwas erstaunt als es klingelte und der Bote aus dem Erdgeschoss “Post, ein Päckchen.” rief. Zunächst noch mit der Zahnbürste im Mund stand ich in der Wohnungstür, überlegte dann aber noch schnell, dass ich sicherlich noch etwas “unterschreiben” müsste und stellte die Zahnbürste so lange zur Seite.

Der Bote kam die Treppe herauf und fragte “Julia Emde?”. Ich sagte “Jah, ahber ich haaaab gerade Zahnpahsta im Mund, hab sieh nicht erwahrtet. Ahber unterschreihben geht jah auch soh.”

Nachdem der Bote das Weite gesucht hatte, hab ich natürlich noch schnell meine Zähne zu Ende geputzt, um dann gespannt zu sehen, was mir da zugestellt worden war. Die Valentintagstwichtel-Aktion, die Insa ein paar Tage vorher ins Leben gerufen hatte, hatte ich in dem Moment vollkommen vergessen.

Was nach dem Auspacken des Päckchens zum Vorschein kam, führte neben der Freude, die ich über den Inhalt verspürte, unweigerlich und sofort zu einem schlechten Gewissen meinerseits. :-( Danke, lieber Markus für das Buch “notes of a dirty old man” von Bukowski und deine lieben Worte dazu. Ich habe es mir übrigens als Reiselektüre für die Fahrt zum Wordcamp nach Jena eingepackt. ;-)

Nun gut, the show must go on… schnell noch die Verpflegung in den Rucksack gestopft, in die Wintersachen geschlüpft und zum netten Nachbarn ins Auto gehüpft. Dieser, nicht mehr erstaunt darüber, dass ich mittlerweile beinahe jedes Wochenende auf irgendeinem “Camp” anzutreffen bin, lachte sich erstmal über die bei mir entstandene Hektik kaputt.

Doch dann erzählte ich von twitter und der Twichtelaktion… Worauf er nach kurzem und merkbarem Nachdenken erwiderte… ah ok, da schenken sich jetzt Blogger was, die keinen Partner haben… soso. Darauf konnte ich “nur” erwidern, dass ich durchaus schon einige Mal kleine Präsente von anderen Bloggern bekommen hätte, die schon mit eine/r/m Lebenspartner/in versorgt seien.

Und dann passierte es… meine Phantasie ging mit mir durch… und ich musste irgendwie an ein “Blogger Tamagotchi” denken.

Neben einer amazon-Wunschliste o. ä. würde es dann auch noch eine Lebensmittelwunschliste geben… damit können andere bestimmen, was man so zu essen bekommt. Bei einem gewünschten gesunden Lebensstil bitte Obst und Gemüse bestellen. Der Lieblingsblogger sieht etwas mitgenommen aus… oder man merkt es an den Inhalten seiner Texte? Über den Kauf und Versand von Süßigkeiten nachdenken… ;-)   Die Klamotten vom Lieblingsblogger sehen abgegammelt aus… bitte Geld schicken. ;-) Etwas mehr Weltliteratur könnte nicht schaden… bitte selbst aussuchen und zustellen lassen (danke Markus ;-) ). Doch dann stockte ich in meiner bisherigen Erzählung, die den Nachbarn schon einige Male kräftig zum Lachen gebracht hatte, denn… was wäre, wenn die Leute einem nur ungesunde Sachen schicken und man nicht plötzlich und unerwartet… aber schleichend und heimtückisch immer dicker wird…? ;-)

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Liebes Kathrinsche…

Februar8

Ich habe gerade mal im Kopf nachgerechnet… wir kennen uns nun schon sage und schreibe 15 (in Worten fünfzehn) Jahre. Angefangen hat es damals in der Foto-AG, in der wir mehr Blödsinn gemacht haben, als das was wir sollten. Aber ständig nur Fotopapier aus stinkendem Entwickler und Fixierer zu ziehen… das war einfach nicht unser Ding. ;-) Außerdem waren die Gänge zum nächsten Supermarkt um Koala-Bären mit Milch- oder Schokofüllung oder Chips zu kaufen eher ein Highlight als Herr Pusemuckel-und-Pusemackel, der es natürlich gar nicht gerne sah, wenn wir mal wieder mehr mit Essen beschäftigt waren als mit Entwickler und Fixierer oder dem Sortieren der langweiligen Fotos.

Nach der Foto-AG trennten sich unsere Wege wieder, bis ich schließlich nach 5 Jahren in deine Klasse kam. Es schien eine eingeschworene Klassengemeinschaft zu geben, in der ich zunächst nicht erwünscht schien. Und ich weiß – du hattest es auch nicht leicht.

Die nächsten Jahre “wurstelten” wir uns beide so durch… danke für deine Hilfe in den Naturwissenschaften. ;-) In der Oberstufe lernten wir dann nur noch Englisch und Bio gemeinsam und tanzten beim Jazztanz und Aerobic teilweise mit fehlendem Rhythmusgefühl gen Abi.

Mittlerweile ist es 7 Jahre her, dass wir Abi gemacht haben, aber nie haben wir uns aus den Augen verloren. Regelmäßig steuern wir beide den “Heimathafen” an und treffen uns dort auf Nachos und Cola im Kings, zum Plätzchen backen oder relaxen und sonnen am Edersee. Als moralische Stütze bei menschlichen Enttäuschungen, zum Tratschen, lachen und einfach nur up-to-date bringen, möchte ich dich nicht mehr missen.

Liebes Kathrinsche, ich wünsche dir alles Liebe und Gute zum Geburtstag. Ich bin froh, dass es dich gibt. Ohne dich wäre die Welt um einen wundervollen Menschen ärmer. Und mit dir ist das Leben doppelt schön. Ich hab dich lieb.

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