September10
Einfach war es auf gar keinen Fall, aber es ist vollbracht! Würfel sind keine gefallen, aber wir haben uns soeben entschieden wer unser neuer Mitbewohner wird. Genauer gesagt, haben wir uns für ein Mädchen entschieden, mit 19 noch recht jung, aber wir denken, dass sie im Alltag gut in unsere WG passt. Das Komische an der Sache ist allerdings, dass sie die letzte von mehr als 40 Leuten war, die sich das Zimmer angeschaut hat. Tja, das Sprichwort "Die letzten werden die Ersten sein" enthält eben doch ein Fünkchen Wahrheit! Am 1.Oktober oder vielleicht etwas früher wird sie dann einziehen und ich freue mich schon sehr auf unser neues WG-Mitglied.
September8
Nachdem ich heute mit dem Fahrrad in die Stadt aufgebrochen war, um mir mal wieder eine neue CD zu kaufen, hatte ich vorher eigentlich schon 3-4 Interpreten im Kopf, deren CD ich mir anhören wollte, um dann zu entscheiden, wer mein heutiger Favorit werde würde. Aber im Elektrofachgeschäft meines Vertrauens kam dann alles anders! Aus den Lautsprechern dröhnte Musik, die mich gleich zum Mitgehen annimierte. Funky, groovy und flippig! The sixties are back! Dynamisch, bunt und schillernd stellt man sich die Welt vor, wenn man den Klängen lauscht, die einem von „Touch and go“ ins Ohr hüpfen! Zwar habe ich in die Alben meiner ursprünglichen Favoriten auch reingehört, aber nach Hause fuhr ich schließlich mit dem „Frank Popp Ensemble“. Sehr überzeugend – wirklich! Und daheim sieht mich ja kaum jemand, wie ich mich tanzend durch die Wohnung bewege!
September7
Ein Tag mit meiner Miezi, ist meistens ein Tag mit sehr viel Spass. Jeden Tag auf`s Neue werde ich von ihren akrobatischen und motorischen Fähigkeiten überrascht. Und eigentlich gleicht Yindi oft viel mehr einem Hund, als einem ihrer Artgenossen. Zwar bringt sie mir nicht die Zeitung oder fällt den Postboten an, aber dafür apportiert sie ihre Plastikspielmaus oder benutzt mich als Trainingspartnerin anstelle des Postboten. Aber wie man das von Katzen gewohnt ist, liegt sie auch sehr oft einfach nur in irgendeiner Ecke, auf der Fensterbank oder bloß auf dem Fussboden und macht dabei Verrenkungen bei denen man schon vom Zuschauen Rückenschmerzen bekommen könnte!
September6
In der letzten Woche habe ich mal wieder über alle Maßen gesündigt! Ich gönnte mir Faulheit, fraß den Neid auf und nahm mindestens einmal Rache! Jetzt ist es mir noch zwei Mal vergönnt der Völlerei zu frönen. Oh, Waage vergib mir! Aber ich konnte ihnen einfach nicht widerstehen – wie sie da erst so unschuldig in der Tiefkühltruhe des Supermarktes lagen – und mir doch zuzuflüstern schienen "Nimm uns mit!". Lieblich klang ihre Stimme… Zu Hause angekommen fraß ich zuerst & eiskalt den Neid auf. In den darauffolgenden Tagen gönnte ich mir dann die Faulheit und nahm Rache. Das tat gut! Probiert es aus! Magnum best of sins!
September6
Wie schon in Zimmer frei! part I beschrieben, suchen mein Mitbewohner und ich zur Zeit eine/n neue/n Mitbewohner/in. Deshalb standen in den letzten Tagen unsere Fernsprecher kaum noch still. Das Telefon klingelt und eine fremde Stimme erklingt. Und ich denke mal das geht jedem so, man versucht sich schonmal anhand der Stimme ein Bild von dem Anrufer bzw. der Anruferin zu machen. Vielleicht nicht direkt über die Haarfarbe oder die Größe, aber wenn ich eine nette, wohlklingende Stimme höre, denke ich meistens, dass am anderen Ende der Leitung eine sympathische und vielleicht sehr attraktive Person sitzt. Je nach Stimmlage oder Gesprächigkeit der Person, stelle ich mir dann durchaus schon mal eine vollbusige junge Frau oder einen gutaussehenden jungen Mann vor. Tja, aber in der Realität sehen die Anrufer meist ganz anders aus. Klang die Stimme nach einem sehr attraktiven Menschen, war eine kleine Enttäuschung doch manchmal vorprogrammiert. Auch die Gesprächigkeit einiger Bewerber/innen ließ vielleicht auch durch meinen Mitbewohner oder mich verursacht nach, nachdem die Bewerber/innen die Wohnung betreten hatten. Hatten sie sich uns etwa auch ganz anders vorgestellt? An Beispielen von prominenten Persönlichkeiten kann man sehen und hören, dass auch äußerlich zum Teil sehr attraktive Menschen eine „furchtbare“ Stimme haben können. Man sollte also nicht hellseherisch versuchen von der Stimme eines Menschen auf sein Aussehen oder seinen Charakter zu schließen. Das Gesamtbild ist entscheidend und Attraktivität ist meistens etwas höchst subjektives.
September3
Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.
Mark Twain
September2
Da einer meiner beiden Mitbewohner bald auszieht, wird in unserer WG ein Zimmer frei – meins! Das neue Semester fängt nun auch bald an und deshalb sind zum großen Teil Studienanfänger auf der Suche nach einem Zimmer. Aber auch alte Hasen, denen ihre Wohnung mittlerweile zu teuer geworden ist, sind unterwegs. War der Andrang der Zimmersuchenden bei uns bis gestern eher gering, so wurden wir am heutigen Freitag quasi im Halbstundentakt belagert. Und ich muss zugeben: Wenn man ein Zimmer zu vergeben hat, ist das echt witzig! Manche der Bewerber kommen schon total desinteressiert oder von der Straße vor unserem Haus, die von ungefähr 200 Autos in der Minute frequentiert wird, abgeschreckt in die Wohnung, drücken einem sanft ihr weiches Patschehändchen in die Hand, um dann noch nicht mal beide Füße in das zu besichtigende Zimmer zu setzen. Und wozu braucht man überhaupt die Küche oder ein Bad? Die einzigen zwei Herren, die sich bisher vorgestellt haben, schauten sich das Zimmer an und sagten nach noch nicht mal einer Minute und ohne überhaupt den Rest der Wohnung gesehen zu haben: „Also, ich würde gerne einziehen!“. Tja, aber beide waren irgendwie nicht unser Fall. Aber der eigentliche Knaller des Tages war eine junge Frau, Pädagogikstudentin im fortgeschrittenen Stadium, die uns, ohne, dass wir sie gefragt haben, in weniger als einer viertel Stunde ihre Lebensgeschichte und die ihres Freundes auftischte. Sie in ihrem Redefluss zu unterbrechen, war kaum möglich. Mit: „Willst du vielleicht auch etwas über uns wissen?“ konnte ich sie nur kurz stoppen. Zwar schaffte mein Mitbewohner es ca. drei Minuten etwas von sich zu erzählen, ohne unterbrochen zu werden, aber dann war es auch schon wieder vorbei mit der Ruhe. Als sie dann wieder zehn Minuten geredet hatte, probierte ich auch noch mal mein Glück. Ich glaub mir war ungefähr eine Minute Redezeit am Stück gegönnt, bevor ich von ihr unterbrochen wurde. Aber der beste Spruch kam von ihr, als es klingelte und die nächste Bewerberin sich ankündigte. O-Ton der Pädagogikstudentin: „Ach, kommt da jetzt die Nächste? Das ist ja blöd!“. Mein Mitbewohner und ich haben uns kaum noch eingekriegt vor lachen. Auch wenn sich das jetzt nicht so angehört hat, aber entgegen aller Vermutungen fand ich dieses Exemplar einer Zimmersuchenden echt erfrischend. Bekamen einige der anderen Bewerber/Innen kaum ein Wort raus, so gehört sie bis jetzt klar zu meinen Favoritinnen. Naja, aber schaun wir mal was die nächste Woche noch so an Bewerbern in unsere kleine WG spült! Ich freu mich drauf!